Donnerstag, 20. April 2017

Marie-Luis Rönisch ✨✨ Feuerrosentrilogie I


http://eisermann-verlag.de/produkt/diamantdrache/
Quelle: Eisermann Verlag

Feuerrosentrilogie I
                   Diamantdrache
von Marie-Luis Rönisch

492 Seiten
Art.-Nr.: fantasy024

als Taschenbuch und Ebook erhältlich!

Taschenbuch
ISBN 978- 3- 946172-59-8        14,90

Ebook                  
ASIN B01NBGIZG3                     3,99








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Nichts als Staub und Asche bedeckt das Königreich Candiora, über welches Ewalyn eines Tages herrschen soll. Auf ihren Schultern lastet die Bürde eines hungernden Volkes, das schon seit vielen Jahrhunderten von einem Drachen terrorisiert wird. Die Bestie von Dorion verbrennt Getreidespeicher, tötet ohne Reue und ist außerdem der Hüter einer fremden Welt. Denn im Schatten der Berge von Dorion befindet sich Dahana. Dort gibt es einen Überfluss an Nahrung, fruchtbaren Boden und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Um ihren Untertanen zu helfen, begibt sich Ewa auf eine gefährliche Reise. Sie stellt sich der Bestie und erkennt, dass sich hinter den goldenen Augen ein Mann verbirgt, der einst einem mächtigen Fluch zum Opfer fiel. Nicht einmal die Liebe kann seinen Panzer durchdringen, denn sein Herz ist umschlossen von Diamant. Bereits ein einziger Kuss könnte für sie beide tödlich enden.









 
 
 
 
 
Thor begehrte sie wie nichts anderes in seinem Leben. Doch etwas hielt sie voneinander fern: Sie kamen aus unterschiedlichen Welten. Nie würde er sie besitzen, lieben und verführen können.
6%
 
 
Sie fuchtelte vor ihrem Gesicht herum, stolperte rückwärts und floh vor dem kleinen, niedlichen Pummelchen, das ihr zeigte, wer hier das Sagen hatte. Ewa war sich zuvor noch überlegen vorgekommen und jetzt, da ihre Kleidung nach dem Mief einer mit Nadel verzierten Fellballs stank, wusste sie wieder, dass sie für diese Welt nicht geboren war. Und eine Jägerin war sie schon gar nicht. Das würde ihr Darcon gewiss unter die Nase reiben. Wobei er sich von ihr fernhalten und sie verspotten würde, so wie sie roch.
28%
 
 
"Sie hat uns zusammengebracht und mich die Wahrheit erkennen lassen"
Thor horchte auf. "Welche Wahrheit?"
Shiva lächelte. "Ich brauche keine Krieger, keinen Sklaven, keinen Feind. Alles, was ich je wollte war eine Familie, treue Freunde an meiner Seite und ein wenig Glück, um mit den Menschen und Wesen, die ich liebe, so viel Zeit wie möglich zu verbringen."
91%
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Welt, die die Autorin hier erschaffen hat ist wahrlich der Oberhammer!
Alles findet sich auf eine Art und Weise in unserer derzeitigeWelt wieder - und in vielerlei Arten kombinierter und trotzdem anders.
Ich konnte mich hier völlig fallen lassen und auch ein Spur zu Hause fühlen - auch wenn ich Angst haben musste was mich hinter dem nächsten Baum für ein Wesen erwartet - hinterließ diese fantastische Welt einen tollen Nachgeschmack.
 
 
Auch mit der Auswahl der Protagonisten hat Marie-Lius voll ins Schwarze getroffen!
Egal ob Ewa - unsere Prinzessin oder Dracon, Thor, Shiva oder Pan alle konnten mich für sich einnehmen. Zusammen waren sie ein Gespann von Freunden die unterschiedlicher nicht sein konnten, aber trotzdem zusammen passten und füreinander einstanden.
 
 
Die Geschichte und ihr Verlauf in der es in diesem ersten Teil der Feuerrosentrilogie geht ist sehr vollgepackt!
Es gibt kein Kapitel indem nichts passiert - kein Handeln was nichts nach sich zieht.
Und das ist eine Menge ....
Die Kapitel an sich sind wahnsinnig lang gehalten und beinhalten viel zu viel - vielleicht fällt das nur einem Kapitelleser wie mir auf, aber wenn dein E-Reader bei beginn des Kapitels anzeigt das zu noch 45 min. in dem Kapitel verbleibend liest, schockt mich das schon. Ich mag es eher kurz und knackig :)
Aber auch, weil sie so voll gepackt sind und immer noch mehr passiert erscheint das Buch unendlich. Es hat einfach zu viele verästelte Zweige - die zwar letztendlich zusammenführen - aber bei 20 Kapitel 20 Abzweigungen zu lesen bevor man im Ziel angelangt ist, war für mich sehr langatmig und irgendwann gab es auch Lustlosigkeit da ich einfach wusste mit dem nächsten Kapitel nähere ich mich nicht dem Ende sondern nehme eine weitere Seitenstraße.
 
Was ich im Verlauf zu bemängeln habe macht wiederum der super flüssig Schreibstil fast wieder gut. Allerdings war er manchmal für die Geschichte zu locker und zu modern. Also muss ich auch leider hier wieder etwas pinkelig sein.
Das bildliche an der Art des Stil lässt mich voll auf meine Kosten kommen-
Das moderne passte für mich einfach nicht in die Geschichte, da sie als Fantasyroman eher im älteren Bereich der Könige und Königreiche - also dem historischen, angesiedelt sein sollte. Da passen einfach manche Ausdrücke nicht.
 
 
Gepackt hat mich die Geschichte schon, allerdings muss ich gestehen dass ich solch einen verschachtelten Verlauf nicht gerne lese. Da es dann eher ein Buch für den Urlaub, damit man einfach dran bleiben kann...
 
... den wissen wie es weiter geht möchte ich ja schon!
 
 
 
 
 
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Montag, 3. April 2017

Nadine Roth ✨✨ Bloody Mary

Quelle: Sternensandverlag

Bloody Mary
     - du darfst dich nicht verlieben

von Nadine Roth

560 Seiten

Taschenbuch
ISBN 978-3-906829-34-0                        14,95

Ebook
ISBN  978-3-906829-35-7                         6,99









»Mein Name ist Mary. Bloody Mary. Sie rufen mich, und ich töte sie. Doch dieses Mal nicht. Er hat mich gerufen. Und das hat alles verändert.« Im Jahr 1990 wird die sechzehnjährige Mary Jane Wyler von einem Serienmörder auf grausame Art und Weise umgebracht und findet sich in der Totenwelt wieder. Gefangen hinter Spiegeln, wartet sie darauf, dass jemand nach ihr ruft, um Rache an den Lebenden zu nehmen.Der siebzehnjährige Avian glaubt nicht an diesen Mythos. Um seinem besten Freund zu beweisen, dass alles reine Fiktion ist, ruft er den Rachegeist – und sieht sich plötzlich Bloody Mary gegenüber. Aber ist sie tatsächlich so blutrünstig, wie die Legende behauptet? Oder steckt hinter der Furcht einflößenden Gestalt nur ein einsames Mädchen, das sich nach Mitgefühl und Wärme sehnt?Avian versucht, zu Mary Jane Wyler durchzudringen, doch er spielt dabei mit seinem Leben. »In der Welt der Toten gibt es drei Regeln: Zeige keine Gnade, zeige keine Schwäche, zeige keine Gefühle. Ich habe jede einzelne gebrochen.«

© Quelle: Sternensandverlag 







Ich hatte alles schon erlebt. Verachtung, Neugier, Hohn, Unsicherheit. Und ja, auch Anne.Die meisten Menschen empfanden Furch vor dem Unbekannten. Mir schien es, als fürchtete er das Bekannte. Er wusste ganz genau, dass es mich gab und dass ich hier war. Trotzdem hatte er mich wieder gerufen und ich begriff nicht, warum.Seite 126
"So ein dunkles lila kann sehr schön sein!" verteidigte ich meine Antwort."Natürlich. Nichts gegen lila.", lenkte Avian mit einem amüsierten und glücklichen Funkeln in den Augen ein. Dabei hob er beide Hände, als wollte er sich vor mir schützen. "Nicht, das du mich deswegen noch erwürgst", sagte er ausgelassen, stockte aber, als ihm klar wurde, was er gerade gesagt hatte."Ich meinte, ... ich meinte ...", begann er, doch unterbrach sich als ich ein zweites Mal am heutigen Tag lachte. Es war in Ordnung, Das, was er gesagt hatte, tat mir nicht weh, es machte mich nicht wütend. Vielleicht lag es an meiner ausgelassenen Stimmung, an dem Kompliment, das er mir gemacht hatte, oder an der Leichtigkeit, die ich mit ihm teilte, aber ich fand es wahnsinnig komisch.Seite 283
Herrgott, ich war so egoistisch, dass ich wollte, dass er keine andere Frau liebte, wie er mich geliebt hatte."Bitte lebe dein Leben weiter und mach das Beste daraus. Es kann so kurz sein", hauchte ich und hob erneute meine Hand. Ich wollte ihn berühren, ein letztes Mal noch. Wollte mich daran erinnern, wie sich seine Haut anfühlte und wie sie roch, falls ich ins Licht ging, wie ich es hoffte.Seite 456




"Bloody Mary" ist mein ersten Jahreshighlight 2017!



Nadine Roth hat es geschafft mich mit in die Welt einer sagenumwobenen Storie zu ziehen die zu unglaublich gefühlvoll ist, was ich nicht erwartet hatte. 
Was habe ich erwartet?
Nach kurzen nachdenken muss ich gestehen, dass ich ein düsteres Erlebnis mit viel Blut und wenig Zwischenmenschlichem erwartete, was mir hier eine Legende nahe bringt und ihren tragischen, sehr schmerzhaften Tod vor Augen führt.
Diese Erwartung hat die Autorin erfüllt - aber auch so viel mehr!

Der Beginn der Geschichte ist tragisch, düster und kalt. Immer wenn jemand vor dem Spiegel stand um "Bloody Mary" zu rufen, bekam ich eine Gänsehaut als wäre ich es selbst, die diesen fatalen Fehler begeht und meinen Henker selbst rufen würde.
Aber bereits nach ein paar Kapitel wendet sich die Geschichte und von Kapitel zu Kapitel wird es gefühlvoller und wärmer. Manchmal sogar so emotional, das mir förmlich das Herz stehen blieb und der Knoten im Hals mich am schlucken hinderte. 
Denn klar ist, es kann kein Happy End unter Liebenden werden - immerhin ist Mary sein 25 Jahren tot. 
Also wir dieses Buch ein HappyEnd haben? oder wie schafft Nadine Roth es, diesem Buch ein Ende zu schenken welches einen Leser zufrieden zurücklässt?



Die Geschichte war für mich wahrlich atemberaubend!



Avian und Marie Jane nähern sich in kleine Schritten einer Freundschaft, und sie kann dadurch so vieles Erleben was ihr verwehrt wurde. Sie findet sich selbst nach und nach wieder und "Bloody Mary" rückt immer mehr in den Hintergrund. 
Sie verschwindet zwar nicht gänzlich, den der Deal zwischen Ihnen ist klar definiert - aber dominierender Charakter ist Marie Jane Wyler, die wirklich bestialisch und tragisch ermordet wurde. Sie wird immer menschlicher und blüht auf. Sie erlebt Gefühle die längst vergessen waren und erkennt, dass sie nicht nur Tod sondern auch ein Monster ist. Keinen Deut besser als ihr Mörder, da sie selbst unzählige Morde begangen hat auf ihrem Weg der Vergeltung. 

Nebencharaktere wie Joe, Joeline oder Zoe sind tolle Menschen die es vielleicht sogar in einem Buch lohnt einzeln zu beleuchten. 
Ihnen vielleicht eine eigene Geschichte zu geben.

Es ist für mich schwer zu glauben, dass wir es hier mit dem Debüt der Autorin zu tun haben, da der Schreibstil wahnsinnig fein, bildlich, mitreißend und sehr emotional ist. Mit 560 Seiten ist "Bloody Mary" nicht unbedingt ein kurzes Vergnügen, aber es erscheint so da die Seiten einfach so dahin fliegen und mich meine Aussenwelt völlig vergessen ließen.
Das ist etwas, das sehr selten passiert und einer absoluten Anerkennung meinerseits schon einmal voran geht. 
Der Stil, die Geschichte und ihr Werdegang bis hin zum Ende ist ein weiteres was mich völlig faszinierte. 
Ich könnte auch falsch liegen, aber ich könnte mir vorstellen das es ein Autor mit einem realen Plot schwerer hat den es zu umschmücken gilt. Ich stelle es mir zumindest um ein vielfaches schwerer vor als eine reine Geschichte die auf Gedanken und Ideen basiert. Aber auch das hat Nadine Roth wirklich 1A umgesetzt und es gab während des Lesens bis zum Ende keine Lücken die geschlossen werden mussten. 





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Sonntag, 19. März 2017

Julia Lalena Stöcken ✨✨ Bluthund

Quelle: Eisermann Verlag

Bluthund 
von Julia Lalena Stöcken

450 Seiten

Art.-Nr.: historie001

als Taschenbuch und Ebook erhältlich!

Taschenbuch
ISBN 978-3946172581          12,90

Ebook                  
ASIN B06XCYWTB3                  3,99





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»Eine Entscheidung, die nur den Tod hervorbringen wird.«
Sussex im Jahr 811: Die junge Cynuise soll dem Herrn von Hlew versprochen werden, doch am Tag ihrer Verlobung erfährt sie, dass ihr totgeglaubter Bruder Cuthwulf noch am Leben ist. Er braucht dringend ihre Hilfe, denn er hat einen dänischen Plünderer gefangen und seine Schwester spricht die Sprache der Nordmänner. Cynuise trifft eine folgenschwere Entscheidung und verlässt noch in der selben Nacht das Gut ihres Vaters, um sich auf den Weg zu Cuthwulf zu machen. Sie ahnt nicht, dass ihr Verlobter ihr bereits dicht auf den Fersen ist. Und er ist nicht der Einzige, der ein Interesse an Cynuise hat.












Die Arbeit bereitete ihr viel Freude, aber in den vergangenen Wochen hatte sie wenig Zeit dafür gehabt und es plagte sie das schlechte gewissen - nur will sie von morgens bis abends damit beschäftigt war, ihre Aussteuer fertigzustellen! Ihren zukünftigen Ehemann Falktoh ap Gwyn, den Adlermann des Königs von Mercien und Herrn von Hlew hasst sie jetzt schon. Das war alles, was sie über ihn wusste, und im Grunde genommen reichte ihr das auch. Es war ein Wunder, das Cutha überhaupt jemanden gefunden hatte, der seine Tochter trotz ihres losen Mundwerkes heiraten wollte. Selbst schuld! dacht sie voller Genugtuung.
1%



"Ich werde euch töten, Junge, auch wenn ihr aus dem Schoß meiner Schwester gekrochen seid!" 
Er quetschte die Luftröhre fester zusammen, sodass die braunen Augen Hervorquollen und der Junge seine Hände berührte. Falkoth beugte sich näher zu ihm, lockerte seinen Griff um seine Kehle.
"Sagt mir, hat sie auch Gefallen bereitet?"
Cenwalch wich seinem Blick aus, aber sein Onkel packte seinen Kiefer, sodass er sich nicht abwenden konnte.
"Los, sagt es mir! Hat es sich gut angefühlt, Euren Schwanz zwischen die weichen Schenkel zu schieben?"
43%


"Falkoth", rief eine schrille Stimm und Eirik bemerkte eine Bewegung aus den Augenwinkeln, dann stürzte Cynuise auf die Lichtung.  Fassungslos beobachtete er, wie der Mann vom Rücken seiner Stute sprang, die Arme öffnete und im nächsten Moment war sie sich an seine Brust. Sie barg ihr Gesicht in seinem Umhang und Eirik meinte, sie trotz des Lärms schluchzen zu hören. Der Däne war wie gelähmt. und musste voller Entsetzen mitansehen, wie der schwarzhaarige Hüne Cynuise Kopf in beide Hände nahm, sich weit hinunter beugt und sie küsste. Zorn und Eifersucht wallten in ihm auf - er spannte alle Muskeln in seinem Körper an, bis sie surrten. 
64%












Hier handelt es sich um einen historischen Roman, der seine Wurzeln nicht zwingend auf eine Liebesgeschichte legt - obwohl diese der eigentliche Ursprung von allem ist.

Cynuise wird von ihrem Vater Cutha dem Aldermann Falkoth ap Gwen versprochen, den sie weder kennt noch bisher jemals zu Gesicht bekommen hat. Das alleine reicht schon aus, das sie darauf eigentlich keine wirklich Lust hat, den wer mag so jemand sein, der ungesehen jemanden heiraten möchte? Letztendlich denkt sie auch nicht im geringsten daran, sich dem Schicksal einfach so zu ergeben, auch wenn sie aufgrund ihres losen Mundwerks wohl sehr froh darüber sein kann, das jemand sich für sie interessiert.
Und was wäre sie für eine keifende Ehefrau wenn sie sich dem Schicksal einfach so stellen würde?Sie plant ihre Flucht, wird entführt und letztendlich ist es ihr zukünftiger Ehemann der sie zu retten scheint.
Sie verliebt sich in ihn und steht zu ihren Gefühlen. Sie steht mit ganzen Bewusstsein hinter ihrem Mann, seinen Gräueltaten und seinem Charakter - was für ihn völlig unverständlich ist. Den er ist ein grausamer Mensch, der seinem Namen als Bluthund völlig gerecht wird und dieser ihm auch weit vorauseilt.
Umso interessanter, das gerade eine Frau ihn für sich gewinnen kann und den weichen Kern - zumindest etwas- herauskitzeln kann.

Soviel zum eigentlichen was aber längst nicht alles ist und sich hier wirklich nur um einen sehr kurzen Auszug des Buches handelt.
Den dieses Buch ist ab der ersten Seite voll von Geschichten die alle ihren Weg finden und letztendlich zu einer werden, die bis zur letzten Seite spannungsgeladen und sehr bildlich erzählt wird. Es gab keine Seite, keinen Absatz an dem es nur einen Hauch nach Langeweile schien. 

Nein, dieses Buch hat alles - aber garantiert keine Langeweile!
Und das sage ich als Leser, der eigentlich mit historischem gar nichts am Hut hat. Aber ich musste mich hier entschieden belehren lassen von der Autorin die mir diesen Roman als einen tragischen, ereignisreichen, schmerzhaften und auch liebevollen historischen Roman näher gebracht hat.

Die Charaktere sind sehr authentisch und ich mochte sie alle! 
Ich liebe Cynuise, ihre sanfte Art und ihr loses Mundwerk, das zwar gerne öfters mal Gift hätte spritzen können aber auch so ein sehr ergiebiges Ergebnis erzielt.
Ich liebe Falkoth, der als Bluthund ein brutaler Rächer und Schlächter des Königs ist. Den auch seine Kindheit und Vergangenheit prägte und Cynuise es geschafft hat, das seine harte Schale hier und da einen Riss erhalten hat.
Ich liebe Eirik, den großen Hünen der aus Liebe handelt und tagtäglich seinen Schmerz mit sich tragen muss.

Die Ausarbeitung der Autorin ist ernom!
Jedes kleine Detail finden wir in einem historischen Hauch, die Namensgebungen - die Waffen und die Kampfausrüstungen - die Kräuter und Pflanzen und auch die begehren der Darsteller wurden hier wirklich in mühevoller kleinstarbeit in eine Vergangenheit gepackt, die rundum zufriedenstellend war.


Dieses Gesamtpaket an Buch hat es geschafft mich zu fesseln, zu faszinieren und wirklich zu begeistern.





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Donnerstag, 16. März 2017

Irena Brignull ✨✨ Die Prophezeiung der Hawkweed

Quelle: Sauerländer

Die Prophezeiung der Hawkweed
von Irene Brignull

aus dem Englischen von Sibylle Schmidt

400 Seiten

Hardcover
ISBN 978-3-7373-5424-0                        17,99

Ebook
ISBN 978-3-7336-0295-6                        14,99


Vielen Dank an den Verlag zur Bereitstellung eines Vorableseexemplars!












Zwei Mädchen. Zwei Welten. Eine Prophezeiung

Ember und Poppy kommen in derselben Gewitternacht in weit entfernten Teilen des Landes zur Welt. Und durch einen mächtigen Fluch werden sie noch in der Sekunde ihrer Geburt vertauscht. So wächst das Mädchen Ember in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy, die Hexe, in einer Kleinstadt in England.
Doch Poppy fliegt von jeder Schule, weil ihr dauernd seltsame Dinge passieren: Wenn sie wütend wird, zerspringen in ihrer Nähe Fensterscheiben oder Dinge fliegen durch den Raum. Ihre Mitschüler halten sie für einen Freak, und Poppys einzige Freunde sind die Katzen. Nur draußen vor der Stadt fühlt sie sich wirklich frei.
Ember hingegen hat keine Ahnung, wie man die Kräfte der Natur heraufbeschwört oder einen Zauber ausspricht, und für das Leben im Wald bei den Frauen des Hexen-Clans ist sie zu zart und verletzlich.

Immer und überall spüren die beiden, dass sie anders sind und nicht dazugehören. Doch von der uralten Prophezeiung, die ihr Schicksal bestimmen wird, ahnen sie nichts. Erst als sie sich eines Tages gegenüberstehen, wissen sie, dass es einen Ort geben muss, an dem sie glücklich sind. Und dass es höchste Zeit ist, für dieses Glück zu kämpfen. Denn in irgendeinem Städtchen im Süden ist Embers leibliche Mum gerade dabei, den Verstand zu verlieren. Und in den Wäldern im Norden formieren sich die Hexenclans für die letzte Schlacht um den Thron.










Doch trotz allem empfand Raven noch immer eine tiefe und unerschütterliche Liebe für ihre kleine Schwester. Außerdem war Mord plump und grob und gänzlich ohne Magie. Nur die Unwerten - die gewöhnlichen Menschen der Draußenwelt - bedienen sich solcher Mittel, nicht  jedoch die Hexenschwestern. Und Raven war fest entschlossen, alle anderen Hexen zu übertreffen, um künftig die würdige Mutter einer Königin zu sein. Einen Zauber wollte sie ersinnen, der so raffiniert und mächtig war, dass er alle anderen Schwestern sprachlos machte vor Staunen. Denn in ihrer Welt zählt der Weg viel mehr als das Ergebnis.
Seite 13



"Tut mir ... furchtbar leid", weinte Poppy undichte sich Nase und Augen mit ihrem Mantelärmel, worauf ihr ganzes Gesicht mit Erde beschmiert war. "Weiß nicht, was mit mir los ist. Ich weine sonst nie. Niemals."
Amber spürte, wie ihr selbst Tränen in die Augen traten, und blinzelte heftig. "Ich weine ganz oft", gestand sie.
Seite 101



Danach war Raven stundenlang über den Häusern und Straßen geschwebt, hatte das Geschehen beobachtet, die Gewohnheiten und Eigenheiten der Stadtbewohner studiert.
Besinnungslos hasteten sie von einem Ort zum anderen und von einer Verpflichtung zur nächsten, gönnten sich keine Ruhe, um die Welt überhaupt wahrzunehmen, in der sie lebten.
Seite 161




Im unberührten Schnee erschienen jetzt Linien, ritzten sich in die weiße Fläche. die Linien berührten und verbanden sich, bis zwei Wörter entstand waren:

                           Die Prophezeiung

Nun trat Poppy doch hinter Charlock. Beim Anblick dieses Zauberwerks, in der Weite der Landschaft, kam sich Poppy furchtbar klein und wie eine Aufschneiderin vor. 
Seite 352


















Die Prophezeiung der Hawzweed - dieser Titel lässt einen Vermuten das es mit den beiden Mädels Poppy und Ember in unserem Buch einzig und alleine um eine Prophezeiung geht. 

Aber eigentlich gab mir dieses Buch etwas ganz anderes. 

Dreiviertel von dem Buch befinden wir uns ausschließlich in der Menschenwelt- bei den Unwerten. Ich erlebte wie in der Inhaltsangabe beschrieben, wie schwer Poppy´s Leben ist, dass sie wieder einmal von der Schule geflogen ist, dass sie mit ihrem Vater umziehen muss. Wieder einmal eine neue Stadt, neue Schule und neue Mitschüler und Lehrer. Leider kann sie sich zwar für ihre Verhältnisse gut einbringen, aber letztendlich landet sie mutterseelenallein in einem Waldstück, da ihr Vater nur auf der Arbeit ist und so gar keine Zeit für sie hat.

Mich berührte dieses Buch mit dem Zwischenmenschlichen, den Gefühlen und der Wertschätzung. Das machte die eigentliche Geschichte für mich völlig umrelevant   und ich vergaß dass es eigentlich hier eine Geschichte um eine Prophezeiung einer Hexenkönigin gehen sollte. Da ja auch von Anfang an klar ist wer hier die Hexe und wer das Unwertemädchen ist, rückte dieser Punkt völlig in den Hintergrund.
Mein Fokus legte sich einzig auf die Gefühle die sich zwischen den Zeilen aufbauten und die mich sehr berührten.
Wie die Mädchen aufeinandertreffen, wie sie miteinander umgehen und wie glücklich sie auf einmal sind als sie sich gefunden hatten. Und dann der Absturz als ein Junge ihr Leben kreuzt und es scheint, als ob all das Glück, all die Freundschaft auf dem Spiel steht da es plötzlich ein neues Gefühl gibt das beide so nicht kennen- Begierde, Verlangen - Liebe.

Und hier gebührt es einmal ganz klar, nicht nur der Autorin einen Dank auszusprechen sondern auch der Übersetzerin, den die ganzen transportierten Emotionen, die mich durch das Buch begleitet haben, waren sehr Emotional und stellten mich auch vor ein Problem. Den wo war die Geschichte über Hexen und der Prophezeiung geblieben? 
Alles was wir bisher über die Hexenwelt kennengelernt haben, kam bei mir nicht wirklich an und ich empfand sie als sehr unglaubwürdig.
Die schulische Ausbildung mitten im Wald und Jahre lang merkt keiner das Ember gar nicht hexen kann. Ja richtig, den wie soll sie den auch den sie ist ja keine! Und gerade mit der Zeit und dem näherrücken der Prophezeiung sollte doch jemandem mal ein Licht aufgehen, dass sie nicht nur schlecht in Hexenkunst ist sondern dass sie einfach gar nichts kann.  Und da haben wir schon einen Punkt der mich störte - hier in dem fantastischen Part unseres Buches fehlte es völlig an Logik. Hier gab es Fragen in meinem Kopf, die nicht beantwortet wurde, wie z. B. kann einen ganze Hexengemeinschaft im Wald in Wohnwagen wohnen, ohne bisher gesehen zu werden? 
Davon muss ich ja in erster Linie mal ausgehen, da sie nie jemandem begegnet sind und Amber aber auch noch nie Unwerten begegnet ist - obwohl sie "ein und den selben Wald" nutzen. 

Aber auch die Brutalität, die dieses Buch mit sich bringt, ist eine Emotion die mir eine Spur zu heftig war und für mich nicht in dieses Gerne und gar in dieses Buch passt. Es erschütterte mich immer sehr, wenn ich mit Poppy oder auch Ember eine sehr tiefe Emotion durchlebt hatte und dann *bähm kam so etwas sehr brutales, was auch noch sehr detailliert beschrieben war. 

Für mich ist das eine reine fifty-fifty Entscheidung das Buch zu bewerten, da mich die Geschichte von Poppy und Ember sehr wohl mitnehmen und verzaubern konnte - aber der Part des Buches um die Prophezeiung, der Hexen und ihre Lebensweise empfand ich als sehr träge und konnte mich nicht mit nehmen geschweige den abholen.



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